Alle sind anders, fast überall – Unternehmenskommunikation muss Grenzen überwinden

05/05/2009 um 23:46 | Veröffentlicht in Aussenwelt | Hinterlasse einen Kommentar
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350008_r_k_b_by_rainer-sturm_pixeliodeWer mit dem Kopf nickt, kann weltweit fast nichts falsch machen – es wird größtenteils als „Ja“ verstanden. Wer den Kopf schüttelt, könnte in Indien, Pakistan oder auch Bulgarien schon falsch verstanden werden, denn das Wiegen des Kopfes wird dort als „Ja“ gedeutet. Wer in Australien den Daumen zum vermeintlichen Autostopp hebt, beschimpft die Vorbeifahrenden aufs Übelste. Ein Victory-Zeichen wird dort und in Großbritannien für die gleiche, rüde Abfuhr gehalten. Und wer Daumen und Zeigefinger aneinanderlegt und die Finger abspreizt, signalisiert zwar in den USA und Mitteleuropa Zufriedenheit, in Japan aber Geld, im frankophonen Raum Wertlosigkeit und im Mittelmeerraum, Südamerika und Russland äußerst unhöfliche Beleidigungen. Ein Problem zum Beispiel für den internationalen Erfolg dieser Anzeige von Dubai Investments:  Das Nachdenken über diese Gesten in der interkulturellen Kommunikation ist nur die Spitze des Eisbergs, was die möglichen Missverständnisse angeht, wird eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit angestrebt. „Neben der Körpersprache unterscheiden sich oft auch viele andere Details der non-verbalen Kommunikation“ so die USA-Spezialistin Stefanie McKinstry-Brooks.  Und erklärt weiter, dass auch die Begrüßung, der Augenkontakt, der höfliche Abstand, die angemessene Stimmlage und auch die Direktheit, mit der etwas angesprochen wird, sehr unterschiedlich wahrgenommen wird.  Auch das persönliche Umfeld kann von Land zu Land variieren: Hierarchien sind unterschiedlich wichtig, Privates und Geschäftliches wird verschieden stark vermischt. Und Pünktlichkeit und Verbindlichkeit kann anderen Maßstäben unterliegen und für unbeabsichtigten Missklang sorgen. Selbst die Gepflogenheiten der USA und Großbritanniens unterscheiden sich deutlich voneinander. Da amerikanische Firmen trotz Krise den Weltmarkt anführen,  auch die deutsche Geschäftswelt von ihrem Beispiel geprägt. Amerikanische Business Consultants greifen in die Strukturen ein und an europäischen Wirtschafts-Hochschulen baut das Lehrpersonal auf eigenen und erlernten Erfahrungen aus den USA auf. Und doch lassen sich die erfolgreichen Strategien nicht 1:1 importieren. Ein Beispiel hierfür: Das Modell „Total Quality Management“ zur kompromisslosen Oualitätssicherung in Unternehmen in den 50er Jahren in den USA entwickelt, existiert inzwischen auch in einer japanischen und in einer europäischen Version, zugeschnitten auf die jeweiligen Möglichkeiten und Mentalitäten. Tatsächlich funktionierte die Übertragung des „American Way“ unterschiedlich gut. Schlagzeilen machte beispielsweise die Kette Wal Mart, die in Deutschland mit genau dem aneckte und schließlich scheiterte, was sie in den USA so erfolgreich gemacht hatte. Schon allein der lautstarke „Wal Mart Cheer“, im asiatischen und amerikanischen Raum als motvationsfördernd empfunden, sorgte hier für Befremden. Interkulturelle Kommunikation ist ein weites Feld – vom ersten Händedruck bis hin zum Geschäftsabschluss ist vieles zu beachten. Wer gut vorbereitet auf seine Geschäftspartner zugeht, profitiert auch von Sympathiepunkten.

Foto: © Rainer Sturm /Pixelio

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