Nokia in der Kritik

17/01/2008 um 16:36 | Veröffentlicht in Markt, Nokia | Hinterlasse einen Kommentar

Der Handyhersteller Nokia ist mit einem Weltmarktanteil von fast 40 % der Weltmarktführer. Im dritten Quartal 2007 erziehlte Nokia dank der massiven Nachfrage nach Mobiltelefonen in Indien, China und Afrika Rekorderträge. Der Reingewinn stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Für den Zeitraum Januar bis September standen unter dem Strich 4,95 Milliarden Euro Gewinn.
Nichtsdestotrutz findet Nokia die Fertigungskosten in Deutschland zu hoch und plant, die Herstellung seiner Geräte nach Rumänien, Ungarn und Finnland auszulagern. Geplant ist, das Werk in Bochum Mitte de Jahres zu schließen – betroffen sind davon 2300 Arbeitsplätze sowie je rund 1000 Arbeitsplätze in Leiharbeits- und Zuliefererfirmen. Gewerkschaften und Politiker empört dies nicht zuletzt, da Nokia umfangreiche EU-Fördermittel zum Aufbau der Fabrik erhalten hat.

Dietmar Muscheid, Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) von Rheinland-Pfalz, empfiehlt sogar Endkunden, beim Handykauf die Unternehmenspolitik des Herstellers zu bedenken

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers suchte das Gespräch mit der finnischen Konzernspitze, stieß dort aber zunächst auf Ablehnung. Man habe die Schließung des Werkes schließlich genau durchdacht, hieß es. Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute vermeldet, ist man nun aber doch zu Verhandlungen bereit. In die Gespräche will auch der von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU)Staatssekretär Hartmut Schauerte einklinken.

Im Bundestag kochten die Gemüter hoch: Das Verhalten von Nokia sei eine „Sauerei“, erregte sich der Vize-Präsident des Bundestags, Hermann Otto Solms (FDP). CSU- Landesgruppenchef Peter Ramsauer nannte die Entscheidungen des Konzerns gar „Lumpereien“ und „Investitionshopping“.

In Rumänien bereitet man sich derweil auf den Start der Produktion vor. Man freut sich auf die Schaffung von 3500 Arbeitsplätzen in Siebenbürgen und bereits 30 Millionen Euro in die Erschließung des Nokia-Werksgeländes investiert – ohne Unterstützung der EU. Denn, so die Rechnung: Bei den vorgesehenen Beschäftigungszahlen wird der rumänische Staat 100 Millionen Euro Steuern im Jahr einnehmen.

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