Ich bin dann mal weg

29/10/2007 um 13:44 | Veröffentlicht in Aussenwelt | Hinterlasse einen Kommentar

Prof. Dr. Miriam Meckel machte Schlagzeilen, als sie 1999 mit 31 Jahren Deutschlands jüngste Professorin wurde, damals für Kommunikationswissenschaft und in Münster. Inzwischen, verschiedene andere Posten zahlreiche Publikationen zu den Themen moderner Medien und Kommunikationen später, lehrt sie an der Uni von St. Gallen. Einmal im Monat moderiert sie bei n-tv die Sendung „Miriam Meckel – Standpunkte“. Diese Woche erscheint ihr jüngstes Buch, dass den Umgang speziell mit Telefon und Email untersucht und kommentiert.
„Das Glück der Unerreichbarkeit“ ist untertitelt mit „Wege aus der Kommunikationsfalle“ und wird im Murmann Verlag verlegt.
Miriam Meckel beschreibt darin das Leben mit Handy, PDA, Palm, Laptop, Emailprogramm und denkt über die ständige Erreichbarkeit nach. Was für das Unternehmen von Vorteil sein kann, wird auch schnell zur Streßfalle – und das nicht nur für das Privatleben. Auch innerhalb des Arbeitstages wird der Einzelne mit vielen Informationen versorgt, die die wirklich wichtigen Dinge verwässern und überlagern. Sie bedient sich dabei zahlreicher Studien wie zB dieser:

„Aktive Wissensarbeiter empfangen heute täglich durchschnittlich 256 (Frankreich), 301 (Deutschland) und 341 (USA) E-Mails. Rechnet man nur 30 Sekunden für die Bearbeitung einer Mail (manche brauchen mehr Zeit, manche nur die einfache Betätigung der „Entfernen“-Taste), dann sind das mindestens zwei bis drei Stunden am Tag, die ein Manager mit der Beantwortung seiner elektronischen Post beschäftigt ist.“

Um MIriram Meckel nicht falsch zu verstellen: Sie liebt die vielfältigen Möglichkeiten der mobilen Kommunikationstechnik, empfielt aber dringend den bedachten Umgang mit dem Gerät, was den Empfänger angeht, der das wohldosierte Ausschalten lernen sollte, als auch den Versender, der vor allem den Informationsversand an seine Untergebenen und den dadurch verursachten Druck bedacht dosieren sollte.

Kommunikation braucht Qualität. Und Qualität braucht Zeit. Wer sich verständigen und verstanden werden will, muss nachdenken können und sich erklären dürfen. Die neuen Kommunikationstechnologien bieten diese Chance. Aber sie verleiten auch zu Abhängigkeiten. Miriam Meckel erklärt uns die Wirkung der Technologien auf den Menschen. Sie zeigt, was es mit uns und unserem Miteinander macht, wenn alle immer auf Stand-by sind. Und sie hat eine Idee, wie wir uns trotz all dem doch noch verständigen können: Das Glück kann in der klugen Unerreichbarkeit liegen.

Das alles kann man sich von der Autorin auch vorlesen lassen – http://www.youtube.com/user/PhilipaBoa

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