Mehr Mobiltelefone als Mitbürger

24/10/2007 um 01:34 | Veröffentlicht in Bitkom, Forschung, Internet, Markt | Hinterlasse einen Kommentar

Wie viele Handyverträge haben Sie? Im Schnitt besitzt jeder Deutsche derer 1, 09. Denn:

Das Geschäft mit der Mobiltelefonie boomt wie nie und erreicht in diesem Jahr ein Rekordhoch. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). 2007 werden in Deutschland so viele Handys verkauft wie nie zuvor: Mit voraussichtlich 36,5 Millionen Geräten ganze 6 Prozent mehr als 2006 (34,4 Millionen). Mit einer positiven Entwicklung rechnet die Branche auch beim Umsatz mit Mobiltelefonen. Er wächst um 2 Prozent von 4,1 Milliarden Euro (2006) auf 4,2 Milliarden Euro (2007). „Während die Umsätze bei den Geräten steigen, fallen sie bei den Diensten leicht. Allein in den vergangenen beiden Jahren sind Handy-Gespräche um satte 15 Prozent günstiger geworden. Für die Verbraucher sind das allerbeste Nachrichten. Für die Branche ist es eine echte Herausforderung“, sagte Dr. Rudolf Gröger, Präsidiumsmitglied des BITKOM.

Weitere Ergebnisse der Statistik:
Jeder vierte Deutsche (26,4 Prozent) fotografiert mit seinem Handy, jeder zehnte hört Musik (12,2 Prozent) auf dem Telefon. Darüber hinaus entwickelt sich das Surfen im Internet zu einem zentralen Thema, wie eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des BITKOM zeigt. 1000 Bundesbürger wurden repräsentativ befragt. Demnach interessiert sich jeder dritte Deutsche (36 Prozent) dafür, über das Internet Wegbeschreibungen direkt aufs Handy-Display zu laden. Auf dem zweiten Platz folgen Stauhinweise mit 31 Prozent. Aktuelle Nachrichten und Fahrpläne (je 26 Prozent) sowie Wetterinformationen (24 Prozent) vervollständigen die Top 5. Bis zum Jahr 2010 wird voraussichtlich jeder fünfte Deutsche solche Handy-Internetdienste auch tatsächlich nutzen.

Unabhängig davon gilt: Bei der Ausstattung mit Mobilfunkanschlüssen zählt Deutschland schon heute zu den internationalen Spitzenreitern. Auf 100 Einwohner kamen Ende 2006 etwa 104 Laufzeitverträge und Prepaid-Karten. In Westeuropa waren es durchschnittlich 98 Anschlüsse. Noch deutlicher ist ein Vergleich mit den USA. Hier lag die Quote bei 76. Die stärkere Regionalisierung der Anbieter, unterschiedliche Standards sowie fehlende Roaming-Abkommen hatten den amerikanischen Markt lange Zeit gehemmt. In Deutschland klettert die Zahl der Anschlüsse bis Ende 2007 nach einer BITKOM-Schätzung sogar auf 109 je 100 Einwohner.

Digitalen Mobilfunk gibt es in Deutschland seit Mitte 1992, im ersten Jahr entschieden sich etwa eine Million Kunden dafür, die Zahl stieg in den folgenden 3 Jahren stetig auf 5 Millionen. Mit Einführung der Prepaid-Karten 1999 begann der Boom, der im Jahr 2006 dazu führte, dass die Deutschen etwa 57 Milliarden Minuten in Mobilfunknetzen telefonierten und 22,5 Milliarden SMS verschickten.

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