Smishers Fritz fängt frische Euros

09/10/2007 um 13:09 | Veröffentlicht in Aussenwelt | Hinterlasse einen Kommentar

Nein, der auf dem Foto heißt nicht Fritz, sondern Eugene – und er fischt nicht (direkt) nach Geld, sondern primär nach Daten-Dieben und -Zerstörern. Eugene Kaspersky, seines Zeichens Inhaber des gleichnamigen Herstellers von Antivirensoftware, warnt in einem aktuellen Interview mit Xonio.com vor der Bedrohung der Mobilfunkwelt durch Viren, Würmer und Trojaner, die er in Kürze erwartet. Momentan befinde man sich in einer Art Ruhe vor dem Sturm, meint er, prophezeit aber eine Zunahme der Datenkriminalität mit dem Auf- und Ausbau von Services, die relevante Daten über Handy übermitteln wie z. B. Internetbanking für’s Handheld. Mit der steigenden Möglichkeit, größere Summen zu erbeuten, würden die Attacken sicherlich bald zunehmen. Momentan beschränke sich der Schaden, den einzelne Sms anrichten können, auf wenige Euro pro Nutzer, weswegen der Missbrauch selten verfolgt werde. Hochgerechnet auf die Summe der Nutzer ist auch der Versand von Handy-Trojanern ein lukratives Geschäft. Kaspersky warnt vor dem Öffnen von Sms und Mms unbekannter Absender und rät zur Vorsicht beim Anschluss des Handys an einen Computer. In größeren Menschenmengen sollte man seinen Bluetooth Anschlus versteckt oder am Besten ausgeschaltet lassen. Auch beim Laden von Spielen und Anwendungen unbekannter Herkunft ist Vorsicht geboten. Besonders betroffen sind Mobiltelefone, die unter dem Betriebssystem SymbianOS laufen – so z.B. die Nokia-Geräte.
Dass Kaspersky die momentan kaum spürbare Bedrohung benennt, muss jedoch auch vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass seine Firma vor genau zwei Monaten die Handy-Version seines Antivirenprogramms auf den Markt gebracht hat. Für 25 Euro gibt es den mobilen Virenschutz im Download.
Trotzdem: Die von Kaspersky benannte Bedrohung der Handys sei durchaus ernst zu nehmen, so Michael Helisch, dessen Beratungsunternehmen HECOM auf Security Awareness spezialisiert ist. Auch er warnt besonders vor dem sogenannten „Smishing“, dem Daten-Fischen per Sms. Per Sms wird der Empfänger aufgefordert, bestimmte Webseiten zu besuchen und dort Daten einzugeben oder einen Download zu starten. Ungeliebte Gäste wie Trojaner oder Keylogger gelangen so meist unbemerkt auf’s Handy. In solch einem Fall gilt für die Nutzung des Telefons dasselbe wie beim Erhalt von (dubiosen) Mails am PC: einfach löschen. Das kostet nichts und vermeidet unangenehme Überraschungen. In vielen Fällen sind Aufmerksamkeit und der bewusstere Umgang mit Kommunikationsmitteln ein probates Mittel für mehr Datensicherheit. „Vielleicht sollten wir einfach wieder lernen, mehr auf unser gesundes Bauchgefühl zu hören als blind das zu tun, wozu uns irgendjemand auffordert“, so die Meinung des Awareness-Fachmanns.

Foto: Helisch

Advertisements

Schreibe einen Kommentar »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.

%d Bloggern gefällt das: